Auch wenn es zunächst einfacher ist, mit Kindern vorformulierte Gebete zu verwenden, soll hier auch Mut gemacht werden mit Kindern frei zu beten. Dies ermöglicht den Alltag der Familie, die aktuellen Sorgen und Nöte aber auch die Freude und die positiven Dinge anzusprechen und ins Gebet zu nehmen. Wenn z.B. ein Freund oder eine Freundin des Kindes krank ist oder eine belastende Schulsituation ansteht, kann dies im freien Gebet direkt vor Gott gebracht werden. Niemand, der mit seinem Kind betet, muss sich Sorgen machen, ob er auch gut genug formulieren kann. Es geht nicht um perfekte Formulierungen sondern darum, mit den Worten die Gefühlslage und die Situation des Kindes zu treffen. Dies können Eltern mit ihren eigenen Worten besser als jedes vorgefertigte Gebet.

Wenn sie mit ihrem Kind beten wollen ist es wichtig, eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen und feste Rituale einzuhalten. Dazu gehört eine ruhige Umgebung ohne störende Geräuschquellen wie Fernseher und Radio. Sie können zu Beginn eine Kerze entzünden und ein kleines Kreuz dazu stellen. Auch ein Gegenstand, der ihrem Kind besonders wichtig ist, darf hier seinen Platz haben. Kinder mögen es, wenn dabei bestimmte Zeiten eingehalten werden. So kann man am Morgen nach dem Aufstehen beten, zum Essen oder zu ganz bestimmten Anlässen. Besonders gut eignet sich in der Regel die Zeit vor dem Schlafengehen. Sie können dies als längeres Abendritual oder auch als kurzes Gute-Nacht-Gebet gestalten. Die unten genannten Beispiele dienen lediglich der Anregung, wollen aber ihrer eigenen Phantasie keine Grenzen setzen.

Beispiel für ein Abendritual:

  • Geschichte aus der Kinderbibel oder eine Gute-Nacht-Geschichte
  • schön wäre es zu dieser Geschichte noch ein paar eigene Worte zu finden bzw. wenn das Kind schon größer ist mit ihm kurz darüber zu sprechen
  • ein Kreuzzeichen leitet den eigentlichen Gebetsteil ein
  • feste Gebetsformel z.B. "Müde bin ich geh zur Ruh...", "Vater Unser" o. ä.
  • freies Gebet mit Inhalten zum Tag
  • ein auf die Stirn gezeichnetes Kreuz (ggf. mit Weihwasser) schließt das Abendritual ab.

Mögliche Grundstruktur für ein freies Gebet:

  • Dank für schöne Begebenheiten
  • Bitte um Hilfe für das, was nicht gut war
  • eine Bitte für andere Menschen, die Hilfe brauchen
  • Abschluss mit Kreuzzeichen

Beispiel:

„Lieber Gott, ich danke dir für den schönen Tag. Für meine Freundin Sonja, die mich am Nachmittag besucht hat und mit der ich so schön spielen konnte. Ich danke dir, dass es sie für mich gibt.

Lieber Gott, in der Schule hat es heute Streit gegeben. Ich habe mich mit Peter gestritten weil keiner nachgeben wollte. Hilf, dass wir uns wieder gut verstehen. Hilf auch anderen, die sich gestritten haben, dass sie sich wieder vertragen.

Bleibe bei mir heute Nacht und beschütze mich.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Kreuzzeichen auf Stirn, Mund und Herz). Amen."

aus der Sammlung: Komm wir feiern den Tag, Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung AKF e.V.

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